Der goldene Drache
von Roland Schimmelpfennig

Theater Augsburg

Ausstattung: Tatjana Kautsch
Musik: Adrian Sieber

mit: Florian Innerebner, Martin Herrmann, Eva-Maria Keller, Klaus Müller,
Lea Sophie Salfeld



Was der 32-jährige Regisseur Ramin Anaraki zusammen mit Tatjana Kautsch (Bühne und Kostüme) in ihrer bis ins Requisitendetail bemerkenswerten, stimmigen und überlegten Inszenierung auf der Ausweichbühne im Textilmuseum servieren, ist feine Theaterkost. Süß-sauer und scharf, gut gewürzt, leicht bekömmlich einerseits und doch mit einem bitteren Beigeschmack. Was sich komisch anlässt, kippt ins Tragische. Auf Belustigung folgt Beklemmung. (...)

Diese 90 Minuten sind schrill und still, laut und leise, heftig und sanft, grotesk und schockierend. (...)

Die 6, die 83, die 101, die 31, die 17: So viele Gerichte im Goldenen Drachen im Wok gebrutzelt werden, so viele Höhepunkte aus dieser Inszenierung möchte man aufzählen. (...)

„Der Goldene Drache“ macht hungrig auf Theater. Starker Applaus des Premierenpublikums.                        Michael Schreiner  Augsburger Allgemeine


Der Kleine Vampir

von Angela Sommer-Bodenburg / Wolf-Dietrich Sprenger


Theater Augsburg

Ausstattung: Susanne Hiller
Musik: Adrian Sieber

Mit: Tjark Bernau, Ulrich Rechenbach, Ute Fiedler, Klaus Müller, Olga Nasfeter, Florian Schmidt-Gahlen, Christel Peschke, Roberto Martinez Martinez



"Regisseur Ramin Anaraki setzt, wie es sich für eine Aufführung ab sechs Jahren gehört, ganz auf rampenwirksame Aktion, und so darf die Jugend auf der Bühne – Mensch wie Vampir – immer wieder mal ausgelassen Faxen machen, hörbar zur Freude des Saals. (...) So dass, (diese Produktion) das Zeug als Gegenstück zu mancher Weihnachtssüßlichkeit hat. Jubel im großen Haus."                                                      Stefan Dosch Augsburger Allgemeine

Familien Unternehmer Geister
 
(UA) von Robert Woelfl

Theater Augsburg

Ausstattung: Marie Holzer

Musik: Sebastian Giussani

Mit Tjark Bernau, Christine Diensberg, Ute Fiedler, Martin Herrmann


"Der Ansatz von Autor Robert Woelfl ist recht theoretisch: Das Leitbild unternehmerischen Handelns, so der Autor von „Familien Unternehmer Geister“, sickere allmählich in unsere Alltagsumwelt ein. Bei Dierig demonstrierten vier Schauspieler eine Familienfarce voller Lügen, Selbstbetrug und Lebensangst, vorgetragen in einem absurden, wunderbar choreografierten Reigen von Phrasen, Klischees und Wiederholungen in (beinahe) Endlosschleife. Sie taten das unter der Regie von Ramin Anaraki hintersinnig, witzig und in furiosem Tempo"                                                                                                                              Frank Heindl DAZ

 


Das Dreißigste Jahr  von Ingeborg Bachmann

Theater Basel / Pathos München

Ausstattungen: Dorothee von Rosenberg-Lipinsky

Mit Benjamin Kempf


„Wie Benjamin Kempf unter der Regie von Ramin Anaraki die Bachmannsche Bilderflut bändigt, die Magie der Sprache körperlich fühlbar macht und auch über lange Pausen hinweg die Spannung zu halten vermag, ist ein Meisterstückchen“                                                               Mathias Hejny   AZ

 

„Dem jungen Münchner Regisseur Ramin Anaraki gelingt ein besinnlicher Abend mit dem Schauspieler Benjamin Kempf. (...)  Benjamin Kempf beginnt ganz zaghaft, fein. Er hat direkten Kontakt mit dem Publikum an der halb gedeckten, weißen Tafel, er setzt sich zwischen die Leute beim Erzählen, einmal steigt er wie ein Halbaffe auf den Tisch, gebannt hört und sieht man ihm dabei zu. (...) Ein Highlight des Abends ist sein Gitarrenspiel, das an einem Tiefpunkt der Er-Figur in der Erzählung ansetzt und zur Nachdenklichkeit und Rekapitulation nachgerade verführt.“    

                                                      Joerg Jerman  Basellandschaftliche Zeitung



Kein Schiff wird kommen  von Nis-Momme Stockmann

Theater Augsburg

Ausstattung: Tatjana Kautsch

Video: Sami Bill

Mit Ulrich Rechenbach, Martin Herrmann, Christine Diensberg


Fürs Theater hat die Vorlage gleichwohl Tücken; sie ist szenisch mager und ein Erzähltext voller Kommentierungen. Regisseur Ramin Anaraki versucht gar nicht erst, daraus Spielmaterial zu generieren oder die Erzählung spielerisch zu illustrieren. Er macht aus der Not eine Tugend, lässt die Hauptfigur des jungen Mannes einfach von sich erzählen und greift damit das seit Goethes „Tasso“ gültige Motiv des reflektierenden Dichters auf. (...)Solch ein spannungsgeladenes Kammerspiel auf der weiten Fläche einer Fabrikhalle aufzuführen, ist nicht einfach. Es klappt dennoch, weil die Schauspieler gut artikulieren und überall verständlich sind. Und das Bühnenbild von Tatjana Kautsch mit einem aufgehängten Kubus, der mal Zimmer, mal Projektionsfläche für die schönen Videos von Sami Bill ist, fokussiert die Blicke und unterstützt die Konzentration.“     Angela Bachmair Augsburger Allgemeine


„An dieser Stelle wagt die Inszenierung von Regisseur Ramin Anaraki einen - folgerichtigen - interpretatorischen Eingriff in Stockmanns für dramaturgische Kniffe weit offenen Text: Auf der kleinen Bühne in Dierigs Fabrikhalle geistert die tote Ehefrau und Mutter (Christine Diensberg) mal blass und mit leerem Blick, mal in freudiger Anteilnahme, schon von Anfang an zwischen Vater und Sohn herum, mischt sich in deren Gespräche und Gedanken ein. (...)

Nun, im zweiten Teil, muss Ulrich Rechenbach  ganz Kind werden, muss verstört und mit wachsendem Furor ein Trauma nacherleben, sich mit dem Wahnsinn und fürchterlichen Sterben seiner Mutter konfrontieren. Mit betörender Präzision und permanenten Präsenz gelingt es ihm - fast auf Tuchfühlung mit dem Publikum - in den gehetzten, verletzten, gequälten Blicken des Kindes jenen zappeligen, unreifen Erwachsenen zu spiegeln, der er noch wenige Szenen vorher war - ein überwältigender Einstand für den 28jährigen Neuling im Ensemble des Stadttheaters.“                                                                              Frank Heindl DAZ

       

Das Tagebuch der Anne Frank

Theater Augsburg

Ausstattung: Tatjana Kausch

Mit Karoline Reinke

 

„Ein Dutzend Koffer sind die einzigen Requisiten auf der kargen Bühne, und sie weisen stets auf das Kommende hin: Auf die Gebirge ärmlicher Habseligkeiten, die am Schluss in Auschwitz und anderswo von den Millionen Ermordeten blieben. Anne nimmt sich einen, knallrot ist er - sie hat die Hoffnung auch dann noch nicht aufgegeben, als sie sich in die Schlange der dahin ziehenden Juden einreiht, deren Gipsfiguren den Bühnenrand bevölkern. “Ich bin nun soweit, dass es mir nichts ausmacht, ob ich sterbe oder am Leben bleibe”, sagt sie - und auch das ist der Satz einer 15jährigen, die gerne erwachsen wäre und es doch nicht ist. Reinekes Spiel, 80 Minuten lang hoch konzentriert und von enormer Präsenz, lässt keinen Zweifel daran, dass Anne Frank nicht gerne gestorben ist. Langer, verdienter Applaus.“                            Frank Heindl DAZ

 

„Wenn Reinke sich, all die absurden Schikanen des Alltags aufzählend, ein Dutzend gelber Judensterne an den Körper heftet und mit rotem Klebeband als Hitlerbärtchen unter der Nase über den Laufsteg marschiert, werden aus dem Tagebuchdokument Bilder, die stärker sind als Sprache. Das ist die Kunst und Macht des Theaters.“                        Michael Schreiner  Augsburger Allgemeine

 

 

Keine Feier für den toten Hund des Führers - projekt-fassbinder

Pathos München

Bühne: Annette Haunschild

Kostüme: Diana Ammann

Mit Stefan Drücke, Angelika Fink, Arthur Klemt, Simon Kirsch


 „Mit einer Selbstdefinition tun sie sich schwer, doch dass sie eine Kommune sind, oder radikal freizügig sein wollen, ist ihnen klar. Also tanzen, trinken, turteln, trotzen sie aus vollem Leib und krakeelen Texte von Rainer Werner Fassbinder, auf der Suche nach einer heutigen Verwirklichung

seines anarchistischen anti-teaters. (...) Fassbinders Szenarios von Liebessehnsucht und Unterwerfung, von Depression und Aggression finden ein untragisches, aber witziges Pendant im Kleinformat.“ 

Teresa Grenzmann  Münchner Merkur


                                                                  

 

Krankheit der Jugend  von Ferdinand Bruckner

Otto-Falckenberg-Schule

Bühne: Annette Haunschild

Kostüme: Tatjana Kautsch

Mit: Lucy Wirth, Lukas Turtur, Alice Röttger, Olivia Stutz, Justin Mühlenhardt, Franziska Machens, Benjamin Kempf


„Regisseur Ramin Anaraki transportiert die Jeunesse dorée der Weimarer Republik bruchlos zur Generation Praktikum der Berliner Republik und transformierte die Glut der spätexpressionistischen Dialoge in ein kaltes Fieber. Es sind seine Altersgenossen, auf die Ramin Anaraki mit seiner Abschlussarbeit für die Regieklasse der Otto-Falckenberg-Schule blickt – und das erstaunlich abgeklärt. Sex und Liebe, Verführung und Macht schaffen  keinen Sinn und keinen Wert, sondern sind Möglichkeiten, die Zeit totzuschlagen. Das bemerkenswerte Darsteller-Septett (...) stellt eine Intensität her, als seien die Bruckner Gestalten Träumer eines Kleist- Stückes.“                                                                                   Mathias Hejny AZ

 

„Fast würde sich eine historische Aufführung lohnen, so weit weg scheint diese Zeit, aber „Regisseur Ramin Anaraki hat eine bessere Idee: Er begibt sich auf die Suche nach dem, was die verloren gegangene Jugend von damals mit der verlorenen Jugend von heute verbindet. Und siehe da, die Ursache ist die gleiche geblieben: Die Welt ist schief. Mit dieser Erkenntnis zu leben verursacht Schmerzen, und das ist die Krankheit aller Jugend. Sieben junge Menschen turnen auf der schiefen Bühnenebene, die Annette Haunschild in das Studio der Falckenbergschule gestellt hat. Sie laufen hinauf, rollen hinunter, liegen, sitzen, manipulieren, lieben und hassen. Aber die Welt bleibt schief, und es gibt nur zwei Möglichkeiten, sich damit zu arrangieren: Entweder man verbürgerlicht, oder man sucht sich mittels Freitod eine andere Welt. Desiree schluckt Veronal, Marie zieht sich erstmal die weiße Feinstrumpfhose aus, und der Zuschauer freut sich über eine Inszenierung, in der Kleinigkeiten etwas bedeuten und trotzdem nichts aufgesetzt wirkt.“                                                                             Barbara Teichelmann SZ

 

 

Judith  von Friedrich Hebbel

Pathos München

Ausstattung: Anja Büld

Mit: Angelika Fink, Arthur Klemt


Eleganter Zweikampf - (...) Die fünf Akte der Textvorlage mit ihrem Personal aus über 20 Figuren wurden beherzt auf das reduziert, was den Reiz des Dramas ausmacht: Auf die Begegnungen zweier Gegensätze - der schwachen Frau und des starken Kriegers -‚ die tödlich endet und zuvor jene Ambivalenz zwischen Anziehung und Gewalt, Liebe und Hass entsteht, wenn die Fremdheit des Anderen zur eigenen wird. (...) Aus dem mutigen wie sinnigen Eingriff in die Dramenvorlage wird ein elegantes kleines Schauspiel für zwei dankbare Darsteller. «                                                                      Petra Schönhofer  SZ

 

„Fast zwei Dutzend Rollen tummeln sich im Prosadrama von Friedrich Hebbel. Für das Pathos Transport Theater destillierten Dramaturgin Maria Schneider und Regisseur Ramin Anaraki aus "Judith" ein Kammerspiel für zwei Personen. Überraschenderweise hält Hebbel diese extreme Zuspitzung auf den vierten Akt, die Begegnung der Jüdin Judith mit dem Babylonischen Feldherren Holofernes, aus. (...) An der Banalität des Bösen weidet sich Anarakis Inszenierung bereits mit einem von allerlei Verlegenheiten begleiteten Sushi-Essen. (...) Angelika Fink in der Titelrolle trägt Blutspritzer ihres Opfers wie eigene Wundmale,saugt nervös und zittrig an der vom Publikum geschnorrten Zigarette und hält ein bewegendes Plädoyer in eigener Sache zwischen Triumph und Selbstbezichtigung.“                                           Mathias Hejny AZ